Kleine Geschichte der Champagne
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Die Flaschengrössen in der Champagne

Wie alles begann...

Noch heute streiten sich die Gelehrten darüber, wann genau der Weinbau auf die nörtlichen Provinzen übergegriffen hat. Belegbar ist, dass in der Champagne bereits seit Beginn des 5. Jahrhunderts Wein angebaut wird. Durch die privilegierte Lage in Europa entwickelte sich die Champagne im frühen Mittelalter zu einem pulsierenden Handelszentrum. Auch über die Grenzen Frankreichs erlangten die hochwertigen Weine der Region schnell einen guten Ruf. Da Wein schon damals ein Luxusartikel war konnten sich nur die Adelshäusern der Wein erfreuen was sie auch zu genüge taten. Louis XIV. machte den Wein aus der Champagne zu seinem Hauswein und leitete damit einen Trend ein.

Die Engländer und die Perlen

Bis etwa 1650 handelte es sich immer um stille Weine. Den Engländern haben wir es am wahrscheinlichsten zu verdanken in den Genuss von moussierenden Weinen zu kommen. Es entwickelte sich zu einer Gepflogenheit, den Wein mittels Nelken, Zimt, Zucker und Melasse lebendig und perlend zu machen. Was jedoch den Geschmack des Grundweines stark veränderte. Auch der Trend süssere Weine und damit auch süssere Champagner zu sich zu nehmen hielt sich lange auf dem Markt. Erst in den Siebziger-Jahren veränderte sich die Nachfrage von Demi Sec (mit bis zu 50 Gramm Restzucker pro Liter) auf die Klassiker Brut (zwischen 0 bis 15 Gramm Restzucker pro Liter).

Die feinen und ursprünglich unerwünschten Bläschen (Mousse) dürften das Ergebnis eines natürlichen Prozesses gewesen sein, der durch das kühle Klima der Champagne ausgelöst wurde. Nachdem die Ernte oft spät im Jahr eingeholt wurde, blieb der natürlichen Traubenhefen nicht genug Zeit, den vorhandenen Zucker vollständig in Alkohol umzuwandeln. Der einsetzende Winter lies die Temperatur im Weinkeller sinken und brachten den Fermentationsvorgang für einige Wochen zum Erliegen. Erst wieder mit einsetzen des Frühlings kommet dann die Gärung in der Flasche ein zweites Mal in Gang. Das entstehende Kohlendioxid sammelte sich in der Weinflasche. Der Champagner war geboren.

Es folgte eine Zeit der Spezialisierung. Die Winzer verfeinerten ihre Methode. Passten den Geschmack der Nachfrage an und bald war es nicht nur der Adel sondern auch Gelehrte und Künstler, die ihre Vorliebe für Champagner entwickelten.

Vive l´Allemagne...

Auch Deutschland spielte in der Champagner-Geschichte immer wieder eine wichtige Rolle. Deutsche Familien wie Bollinger, Roederer, Heidsieck, Mumm, Krug oder die Familie Taitinger, die vor allem aus den rheinischen Anbaugebieten in die Champagne kamen, trugen viel zum Erfolg des Champagners bei. Im Jahr 1785 produzierte die Champagner ca. 300.000 Flaschen, 1910 schon 40 Millionen. Die Produktion sieg bis Ende der achtziger Jahre auf ca. 200 Millionen Flaschen an.

Das anfänglich zunächst nur in deutschen Adelskreisen verbreitete Getränk eroberte rasch die Gunst zahlreicher Künstler und Intellektueller wie z.B. Goethe. Reichskanzler Bismarck wurde genau wie Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. ein ausgesprochenes Faible für den Champagner nachgesagt.

Ein Neuanfang in der Champagne

Einen Rückschlag erlitt die Champagner wie auch ganz Europa 1892 durch den Befall der Reblaus. Alle Reben in ganz Europa waren davon betroffen. Dieses Insekt greift die Wurzeln der Weinstöcke an, die dann ausgerissen werden müssen. So wurden 1914 auf amerikanische Wurzelunterlagen, die gegen diese gefürchteten Parasiten immun sind, neue Reben gepfropft (und heute noch. Nur langsam werden alte Rebsorten wieder rekultiviert.)

Schnell erholte sich alle Regionen. Die Champagnerproduzenten genossen den Boom und mussten jedoch aufgrund der starken Nachfrage gewaltige Mengen an Trauben hinzukaufen. Der Traubenpreis aus der Champagne stiegen dadurch deutlich. Der Preis lagen um ein Mehrfaches höher als die für Trauben aus anderen typischen Weinanbauländern wie Italien oder Spanien und somit stieg auch der Preis für die Flasche Champagner.

Es folgte die Rezession und die finanziellen Möglichkeiten der Endverbraucher schwanden. Und was sich langsam abzeichnete kam zwischen 1989 und 1992 zum Einbruch beim Champagnerabsatz. Zahlreiche renommierte Hersteller mussten ihr Unternehmen notgedrungen aus Familienbesitz befreien und wurden von einigen großen Konzernen aufgekauft. Die wenigen selbstständig gebliebenen Häusern mit Weltruf sind Bollinger, Pol-Roger oder Roederer. Es kam wie es kommen musste. Um zu überleben haben geschäftstüchtige Anbieter, in Zeiten leerer Geldbeutel, einen preisgünstigen „Supermarkt-Champagner" hergestellt (so genannten „Premier Prix"). Noch heute scheint es einigen Konsumenten wichtiger zu sein, sich überhaupt Champagner leisten zu können. Da kommt die Flasche unter 13 Euro aus dem Supermarktregal gerade recht – die sie natürlich nicht ganz die Qualität eines Champagners für 40 Euro erreichen kann.

Doch noch immer gibt es Liebhaber von Qualität und nicht von Quantität. Champagner ist ein Luxus-Genussmittel das mit viel Aufwand, Zeit und Liebe hergestellt wird. Das hat seinen Preis. Keine Pflückmanschiene reisst die Trauben von ihrem Stamm sondern liebevolle Hände gehen in die steilen Hänge und herbsten die Trauben. Bei der Beschädigung der Traube würde die Gärung vorzeitig beginnen und der Farbstoff der Schale austreten. Somit wäre der Champganer nicht mehr weiss (siehe Ernte der Trauben).

 

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